Diakonisse – Der andere Lebensstil

Gemeinsam – anders – für Gott und seine Menschen

Nicht gegen die Welt.
Sondern für Gott.

Er erinnert daran:
Gott ist genug.
Gemeinschaft trägt.
Dienst lohnt sich.

Schwesternschaft Neuvandsburg

Manche Orte tragen Geschichte in sich. Man spürt es, wenn man das Gelände betritt. Neuvandsburg ist so ein Ort. Seit über hundert Jahren leben hier Frauen, die ihr Leben Gott anvertraut haben – nicht im Rückzug, sondern mitten im Dienst. Ihr Glaube hat Gebäude geprägt, Menschen begleitet, Hoffnung gestiftet. Und dieser Segen wirkt bis heute.

Eine geistliche Geschichte, die weitergeht

Alles begann Anfang des letzten Jahrhunderts im kleinen Dorf Borken in Ostpreußen. Junge Frauen machten sich auf – nicht mit großen Sicherheiten, sondern mit einer klaren Entscheidung: Wir wollen unser Leben Gott zur Verfügung stellen.

Sie wollten den Reichtum ihres Glaubens weitergeben – nicht nur mit Worten, sondern mit Taten. Also gingen sie dorthin, wo die Not ihrer Zeit am größten war:

Sie dienten Kranken.
Sie begleiteten Kinder.
Sie kümmerten sich um sozial Benachteiligte.
Sie verkündigten das Evangelium.

Und sie taten es gemeinsam. Sie waren keine „Singleplayer“. Für sie bedeutete Team: Schwesternschaft. Sie lebten verbindliche Gemeinschaft – und bauten dafür ein Haus: das heutige Mutterhaus Neuvandsburg. Ein Ort, an dem Gemeinschaft mit Gott und miteinander Kraft schenkt. Ein Ort, von dem Dienst ausgeht. Was damals begann, prägt Elbingerode bis heute.

„Im Diakonissen-Mutterhaus Neuvandsburg treffe ich auf starke Persönlichkeiten, selbstbewusste Frauen, gelebte Emanzipation. Das ist für mich Frauenpower in Tracht.“

Claudia Appel

Was uns verbindet und trägt

Was Schwesternschaft bedeutet

Diakonisse sein – was heißt das?

Diakonissen leben verbindlich in einer geistlichen Gemeinschaft. Sie teilen ihr Leben, ihre Gaben und ihre Zeit.

Sie beten miteinander.
Sie hören auf Gottes Wort.
Sie feiern Gottesdienst.
Sie tragen einander – in Verantwortung, in Krankheit, im Alter.
Sie feiern miteinander.

Ihr Lebensstil ist bewusst einfach. Ihr Dienst ist vielfältig. Ihr Zuhause ist das Mutterhaus.

Nicht laut.
Nicht spektakulär.
Aber treu.

Ihr Leben folgt einer einfachen Überzeugung:
Glaube und Nächstenliebe gehören zusammen.

Ein Ort zum Entdecken

Vielleicht sind Sie einfach neugierig.
Vielleicht suchen Sie geistliche Tiefe.
Vielleicht brauchen Sie Stille, Gespräch oder Gebet.

Vielleicht spüren Sie sogar: Hier könnte mein Platz sein.

Wir laden Sie ein:

Kommen Sie. Lernen Sie uns kennen. Nehmen Sie teil an Gottesdiensten, Andachten und Begegnungen. Entdecken Sie den Segen dieses Ortes.

Neuvandsburg ist kein Museum. Die Geschichte wird weitergeschrieben – auch durch die Menschen, die hier ein- und ausgehen.

Der Dienst der Schwestern – heute in Anspruch nehmen

Solange Schwestern hier leben, stehen sie für Gespräche, Gebet und geistliche Begleitung zur Verfügung.

Man darf ihre Erfahrung nutzen.
Man darf ihre Treue mittragen lassen.
Man darf sich segnen lassen.

Denn dieser Ort lebt davon, dass Glauben geteilt wird – von Generation zu Generation. Und vielleicht beginnt Ihr Teil dieser Geschichte genau hier.

Der andere Lebensstil

Diakonisse sein – was heißt das?

Diakonissen sind Frauen, die ihr Leben bewusst in die Nachfolge Jesu stellen. Nicht nebenbei. Nicht für eine Phase. Sondern verbindlich.

Ihr Lebensstil ist anders – nicht weil sie sich abgrenzen wollen, sondern weil sie sich ganz Gott zur Verfügung stellen.

Drei Entscheidungen, die unser Leben prägen

Diakonissen orientieren sich an den sogenannten evangelischen Räten – in evangelischer Freiheit gelebt:

1. Ehelos – frei für Gott und Menschen

Wir leben bewusst unverheiratet. Nicht aus Ablehnung von Ehe, sondern aus Hingabe. Unsere Zeit, unsere Kraft und unser Herz stehen in besonderer Weise für den Dienst für Gott und an Menschen zur Verfügung. Ehelosigkeit ist für uns kein Verzicht, sondern eine Berufung.

2. Verfügbar – gesendet werden

Wir verstehen unser Leben als Sendung. Das bedeutet:
Wir entscheiden nicht nur selbst, wo wir wirken möchten, sondern stellen uns Gott und der Gemeinschaft zur Verfügung. Ob Pflege, Seelsorge, Hauswirtschaft, Leitung oder stiller Dienst – wir lassen uns rufen. Nicht der Ort macht den Dienst wertvoll. Sondern die Treue darin.

3. Einfach – gemeinsam getragen

Wir leben nicht für persönlichen Besitz oder individuelle Absicherung. Unser Einkommen fließt in die gemeinsame Kasse des Mutterhauses.
Wir vertrauen darauf, dass die Gemeinschaft trägt – im aktiven Dienst und im Alter. Einfachheit bedeutet für uns Freiheit. Freiheit von ständiger Selbstsorge. Freiheit für den Dienst.

Wie lebt sich das konkret?

Diakonisse sein heißt:

  • gemeinsam wohnen
  • gemeinsam beten
  • gemeinsam essen
  • gemeinsam feiern
  • füreinander einstehen
  • sich korrigieren lassen
  • einander tragen

Es heißt auch:

  • Konflikte aushalten
  • Schwächen sehen
  • neu anfangen

Schwesternschaft ist kein Idealbild.
Sie ist gelebter Alltag – unter Gottes Gnade.

Mutterhaus – Heimat und Sendungsort

Das Diakonissen-Mutterhaus Neuvandsburg ist Heimat. Hier leben wir – sofern wir nicht auswärts eingesetzt sind. Hier feiern wir Gottesdienst.
Hier finden wir Rückhalt in Krankheit und im Alter. Hier werden wir versorgt – nicht als Einzelne, sondern als Gemeinschaft.

Viele Mitarbeitende und Ehrenamtliche tragen heute mit, was früher allein von Schwestern geleistet wurde. Dafür sind wir dankbar.

Schwesternschaft bleibt – aber sie geschieht im Miteinander vieler.

Finanzen

Der von jeder Schwester mitgetragene Entschluss zum einfachen Lebensstil ermöglicht folgende Regelung:

Freiwillig haben wir uns dazu entschieden, aus einer gemeinsamen Kasse zu leben: Aus unseren Einnahmen finanzieren wir unsere Versorgung sowie missionarisch-diakonische Aufgaben. Jede von uns erhält Taschengeld zur persönlichen Verfügung. Wir haben, was wir brauchen und oft mehr als das.

Als „Glaubenswerk“ erwarten wir zugleich von Gott, dass er uns durch Spenden die notwendigen Mittel zuführt, die wir über die regelmäßigen Einnahmen hinaus benötigen.

Ruhestand

Wenn wir die Regelaltersgrenze erreichen, entscheiden wir gemeinsam mit der Mutterhaus-Leitung, wie sich der weitere Weg gestaltet: Ob und in welchem Umfang wir weiterarbeiten, eine andere Aufgabe übernehmen oder unseren Gaben und Kräften entsprechend gemeinsam den Ruhestand – wir sagen Feierabend – in unsrer Schwesternschaft oder außerhalb gestalten. Wir bleiben lebenslang eingebunden in diese für uns gültige Form der Nachfolge Jesu Christi. Wir begleiten einander auch im Sterben – voll Hoffnung auf die Auferstehung und das Leben bei Jesus Christus.

Wo arbeiten Neuvandsburger Diakonissen?

Alle Dienste, die wir wahrnehmen, sollen dieser Welt Gottes Gegenwart bezeugen, Menschen helfen und sie in die Gemeinschaft mit Jesus rufen.

Wir arbeiten gemeinsam mit vielen Mitarbeitenden in unseren erlernten Berufen in verschiedenen Einrichtungen und in unserem Diakonissen-Mutterhaus. Wir verstehen uns als Dienstgemeinschaft: Wir alle haben Anteil an dem, was geschieht; auf unterschiedliche Weise tragen wir dazu bei durch unsere Gaben, unser Gebet und unser Leben. Unter dieser Zielsetzung arbeiten wir noch:

  • in der Hauswirtschaft
  • in Landeskirchlichen Gemeinschaften und Kirchengemeinden
  • in Tagungs- und Begegnungsstätten
  • in der Seniorenresidenz
  • in der Mission

Heimat, Arbeitsplatz und Ort des ehrenamtlichen Engagements

Für uns Diakonissen ist das Diakonissen-Mutterhaus Neuvandsburg Heimat, geistliches Zentrum und Sendungsort. Sofern wir nicht außerhalb des Hauses wohnen, bringen wir uns hier mit ihren Gaben und Fähigkeiten ein und machen es zu einem lebenswerten Zuhause und zu einem Ort des Gebets.

Da die meisten Diakonissen im vorgerückten Alter sind und nicht mehr alles selbst tun können gibt es viele Menschen, die im Diakonissenhaus ihren Arbeitsplatz gefunden haben, oder sich mit ihren Gaben, ihrer Zeit und ihrer Kraft ehrenamtlich einsetzen.

Sie haben eine Frage …

… oder ein anderes Anliegen? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht oder einen Anruf von Ihnen.