Unsere Geschichte von 1899 bis heute
Ende des 19. Jahrhunderts erlebten viele Regionen im damaligen Osten Deutschlands eine geistliche Erweckung. Menschen entdeckten neu den persönlichen Glauben an Jesus Christus – und fragten: Wie wird dieser Glaube sichtbar?
Aus dieser Bewegung heraus entstand 1899 der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD). Und mit ihm begann eine Geschichte, die 1921 auch nach Elbingerode führte.
Eine Geschichte von Diakonie und Mission.
Von Mut und Umbrüchen.
Von Wachstum, Fehlern und Neuanfängen.
Vor allem aber: von Erfahrungen mit Jesus Christus.
Ein chronologischer Überblick

Wir haben wichtige Stationen unserer Geschichte in übersichtliche Phasen gegliedert. So lassen sich Ereignisse und Entwicklungen gut nachvollziehen, ohne dass alle Einrichtungen und Personen einzeln aufgeführt werden.
Alles beginnt mit einer geistlichen Erweckung in den 1890er-Jahren im damaligen Osten Deutschlands. In dieser Zeit wirkt Pfarrer Theophil Krawielitzki in Vandsburg, einem Ort, der bald eine zentrale Rolle beim Aufbau des Diakonissenwerks einnehmen wird.

1899
Während einer Gemeinschaftskonferenz in Danzig fiel 1899 die Entscheidung, ein Gemeinschafts-Schwesternhaus zu gründen.
Am 20. Oktober zogen vier Frauen in das Pfarrhaus von Carl Ferdinand Blazejewski in Borken (Ostpreußen) ein. Sie wollten gemeinsam leben, beten – und dienen. Aus vier wurden bald acht. Aus acht wurde eine wachsende Schwesternschaft.
Nach dem frühen Tod Blazejewskis übernahm Pfarrer Theophil Krawielitzki die geistliche Leitung. In Vandsburg entstand ein Mutterhaus – und von dort aus breitete sich die Arbeit aus.
Was als kleiner Anfang begann, wurde zu einer starken Bewegung von Frauen – und später auch Männern –, die ihrer persönlichen Berufung Gottes folgten.

1900
Das Jahr 1900 bringt jedoch traurige Ereignisse mit sich, als Pfarrer Carl Ferdinand Blazejewski unerwartet verstarb. Seine Frau und die mittlerweile acht Schwestern ziehen daraufhin zu Pfarrer Krawielitzki und seiner Familie nach Vandsburg (Westpreußen), wo ein Schwesternhaus für sie eingerichtet wird. Krawielitzki übernimmt die Leitung als „Hausvater“.

1900
Als Vandsburg 1920 unter polnische Hoheit fiel, fassten die Verantwortlichen im Mutterhaus im Einvernehmen mit Pfarrer Krawielitzki den Beschluss, dass ca. 300 von den damals 450 Schwestern Polen verlassen und ein neues Mutterhaus in den westlichen Gebieten Deutschlands gründen sollten. Die in Vandsburg gebliebene Gruppe nannte sich nun „Schwesternschaft Altvandsburg“ (seit 1945 in Lemförde).
Neubeginn
Von Vandsburg nach Elbingerode

1920 – Aufbruch ins Ungewisse
Nach dem Ersten Weltkrieg veränderten sich die politischen Grenzen. Vandsburg fiel 1920 unter polnische Hoheit. In einer schmerzlichen Entscheidung verließen rund 300 der damals 450 Schwestern ihre Heimat, um im Westen Deutschlands ein neues Mutterhaus zu gründen.
Zunächst Berlin-Schlachtensee. Dann Rathen. Und schließlich – 1921 – Elbingerode.

1920
Allerdings waren die Räumlichkeiten in Berlin von Anfang an zu klein, so dass am 24.6.1920 viele Schwestern nach Rathen weiterzogen, wo sie im Haus „Felsengrund“ wohnen und arbeiten konnten. Aber auch dort reichten die Räume bald nicht aus.

1921
Nach einigem Suchen fanden die Schwestern schließlich in Elbingerode ein großes Waldgrundstück, auf dem das ehemalige Kurhotel „Bad Waldheim“ stand. Am 2. März 1921 wurde das Gelände offiziell erworben und hier fanden die Schwestern nun eine Heimat für das neu gegründete Mutterhaus.
Neuanfang in Elbingerode

1934 – Bauhaus im Harz
Die Gemeinschaft wuchs. Die Räume wurden zu klein. Mit Weitblick setzte sich Oberin Klara Sagert für einen Neubau ein. Der Architekt Godehard Schwethelm entwarf das Mutterhaus im modernen Bauhausstil – klar, funktional, zeitlos. Am 9./10. Juni 1934 wurde es eingeweiht. Ein Haus, das bis heute das Bild Neuvandsburg prägt.

1933 – Krieg, Teilung und Treue
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Mutterhaus zum Lazarett.
Aus dieser Not heraus entwickelte sich nach dem Krieg ein Krankenhaus.
1945 brachte die deutsche Teilung eine erneute Zerreißprobe. Viele Schwestern, die im Westen tätig waren, konnten nicht zurückkehren. Ein Teil gründete im Westen das heutige Mutterhaus Bleibergquelle in Velbert.
Etwa 600 Schwestern blieben in Elbingerode – in der späteren DDR.
Die offiziellen Verbindungen zum DGD waren unterbrochen. Doch das Mutterhaus stand unter dem Schutz der Kirchenprovinz Sachsen und konnte als eigenständige diakonische Arbeit weiterwirken.
Nicht ohne Einschränkungen. Aber mit großer Treue.

1976
Ab 1976 entstand eine eigene Psychiatrische Abteilung für Suchtkranke.

1990 – neue Wege
Mit der Wiedervereinigung öffneten sich neue Türen. 1991 konnte das Mutterhaus Neuvandsburg die natürliche Gemeinschaft mit den anderen Mutterhäusern des DGD pflegen und gestalten und wieder in die geistliche und strukturelle Gemeinschaft des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes aufgenommen. Was historisch fatal getrennt war, fand wieder zusammen und die gemeinsame Verbundenheit wuchs.
In dieser Zeit entwickelte sich auch das Diakonie-Krankenhaus weiter – unter anderem mit einer starken Ausrichtung auf die Behandlung suchtkranker Menschen.

1991
1991 wurde das Diakonissen-Mutterhaus wieder in den Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband mit Sitz in Marburg eingegliedert.
Zukunft gestalten

2022
2022 beschloss die Mitgliederversammlung des DGD die Gründung von Lebensparks an den Standorten der Mutterhäuser. Auch in Elbingerode entstand der Lebenspark – eine neue Form gemeinschaftlichen Wohnens, in der Diakonie und Mission weitergedacht werden.
So wird sichtbar: Die Berufung bleibt. Nur ihre Gestalt verändert sich. Entdecken Sie mehr dazu auf unserer Lebensparkseite.
Was bleibt

Was bleibt
Seit 125 Jahren und seit über 100 Jahren in Elbingerode folgen Menschen einer Berufung, die größer ist als sie selbst.
Hinter Zahlen und Daten stehen Gesichter.
Hinter Gebäuden stehen Gebete.
Hinter Entscheidungen steht Vertrauen.
Unsere Geschichte ist keine Erfolgsgeschichte ohne Brüche.
Sie ist eine Glaubensgeschichte.
Und sie ist noch nicht zu Ende.
Sie haben eine Frage …
… oder ein anderes Anliegen? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht oder einen Anruf von Ihnen.


